700.000 Neugeborene werden in diesem Jahr in Afrika mit dem tödlichen HI-Virus infiziert,
zumeist während der Geburt durch die AIDS-kranke Mutter oder in den Monaten danach durch
HIV-verseuchte Muttermilch.
Die Freunde des RC Otterndorf-Land Hadeln unterstützen seit 2004 ein Projekt zur Verhütung der AIDS-Übertragung
von der Mutter auf das Neugeborene im Missionskrankenhaus St. Dominic's in Akwatia (Ghana).
Der Kinderarzt Dr. Klaus-Gerrit Gerdts vom RC Otterndorf-Land Hadeln war seit 2004
dreimal als German Rotary Volunteer Doctor am St. Dominic's Children's Hospital in Akwatia (Ghana) tätig.
Im September 2005 besuchte auch AP Hugo das St. Dominic's Children's Hospital, um sich persönlich
ein Bild von der Lage zu machen und die Wirksamkeit rotarischer Hilfe zu überprüfen.
In dem sehr armen Land (Tageseinkommen weniger als ein Euro) hat der RC Otterndorf- Land Hadeln in den
letzten beiden Jahren ein Netzwerk der Hilfe für die HIV-Infizierten von St. Dominic's aufgebaut,
um Leben zu retten und die Menschenwürde zu bewahren.
Aus Clubmitteln und mit Unterstützung des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission wurden 3000 AIDS-Tests beschafft und
Medikamente zum Schutz des Neugeborenen vor der Infektion während der Geburt nach Ghana geliefert.
Hebammen und ärztliches und Pflegepersonal wurden in die dort nicht bekannte Problematik der AIDS-Übertragung
beim Geburtsvorgang und beim Stillen eingeführt und intensiv geschult. Durch persönlichem Kontakt mit der
ghanaischen Gesundheitsbehörde konnte ein Kurs für AIDS-Beraterinnen in der Provinzhauptstadt Koforidua
organisiert werden.
Inzwischen wurden mehr als 5000 Schwangere kostenlos getestet, über 250 waren HIV-positiv. Für diese steht nun ein umfassendes
psychosoziales Beratungsangebot durch das St. Dominic's Hospital bereit. Alle HIV-positiven werdenden Mütter erhalten eine
AIDS-Tablette mit der Auflage, diese sofort nach Einsetzen der Wehen einzunehmen. So werden Viren im mütterlichen Blut
für die Dauer der Geburt inaktiviert. Das Neugeborene erhält sofort nach der Geburt eine Einmaldosis AIDS-Medizin,
die vor der tödlichen Infektion schützt.
In Afrika werden viele Kinder unter elenden Bedingungen weit entfernt vom Krankenhaus in den Hütten geboren.
Immer mehr Mütter im Bereich von St. Dominic's befolgen den dringenden Rat aus der AIDS-Ambulanz und lassen
ihre Babies sofort nach der Geburt- teils in stundenlangen Fußmärschen durch den Busch- zum Krankenhaus bringen,
um dort in den ersteten 72 Lebensstunden die rettende Medizin zu erhalten. Von mehr als 100 behandelten Neugeborenen
konnten auf diese Weise seit September 2004 jedes zweite vor dem Tod durch AIDS bewahrt werden.
Der Erfolg dieses Programms ist nicht zuletzt dem engagierten Einsatz des ghanaischen Personals vor Ort zu verdanken,
das mit der rotarischen Hilfe den Kampf gegen die tödliche Bedrohung durch das HI-Virus erfolgreich führen kann.
Hervorzuheben ist aber auch die Leistung der deutschen Dominikanerinnen vor Ort, die seit über 40 Jahren den
Kranken von St. Dominic's selbstlos dienen.
Der RC Otterndorf-Land Hadeln strebt im nächsten Schritt an, die HIV-positiven Mütter mit kostenloser Flaschennahrung
zum Schutz des Babies vor Infektion durch AIDS-verseuchte Muttermilch zu versorgen. Wegen des meist mit Keimen
belasteten Trinkwassers und des unzureichenden hygienischen Standards ist die Schulung der Mütter in der
Zubereitung sauberer Flaschenmilch eine große Herausforderung für das ghanaische Klinikpersonal.
Die Rettung der Neugeborenen reicht allerdings nicht aus, da diese nach einem frühen Tod ihrer Eltern von der
Großfamilie und der Dorfgemeinschaft verstoßen werden. AP Hans-Joachim Hugo und Kinderarzt Dr.Klaus-Gerrit Gerdts
haben in Ghana Möglichkeiten erkundet, auch den Eltern und Familien zu helfen. Mit Unterstützung der Weltbank und
des ghanaischen Gesundheitsministeriums wird noch in diesem Jahr das Krankenhaus mit AIDS-Medikamenten beliefert werden,
mit denen die infizierten Eltern noch über viele Jahre ihre Kinder bei guter Lebensqualität versorgen können.
Zum anderen hat der RC Otterndorf-Land Hadeln ein Patenprogramm initiiert, bei dem die Spender in Deutschland einen
Zuschuß zu Nahrung, Unterkunft und Schulbildung der AIDS-betroffenen Familien in Akwatia übernehmen.
Bei einem Treffen der beiden Otterndorfer Rotarier mit den Freunden des ghanaischen Clubs Accra-East konnte
vereinbart werden, dass letztere die Kosten für eine Krankenschwester im Aids-Programm von St. Dominic's übernehmen.
Unser nächstes Ziel: Mit Unterstützung der RC Kiel, Flensburg, Itzehoe und Cuxhaven haben wir einen Matching Grant
beantragt, dessen Mittel ausreichen sollen, um für drei Jahre für die AIDS-Patienten am St. Dominic's Hospital
die Versorgung mit Nahrungsergänzungsmitteln, Vitaminen, Antibiotika und anderen Medikamenten sicherzustellen.
Wenn auch Sie helfen wollen, dann nehmen klicken Sie bitte hier oder nehmen mit uns direkt
Kontakt auf.
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